29 August 2021

Taiwan, St Etienne und Zruc – der „Weg“ der U21

Der Weg unserer U21 von der WM zum WorldCup war atemberaubend – und dauerte zwei Jahre. Er war unschön anzusehen, zu sehr hatte uns Corona „im Griff“. Wir hatten uns nach der Bronzemedaille bei der EM in Prostejov/CZE im Okt 2019 für die U21-WM in Taipeh/Taiwan qualifiziert – und alle, nicht nur das eigentliche U21-Team, freuten sich mit dem Team auf die große Reise nach Fernost. Corona machte uns einen Strich durch die Rechnung. Hier der Versuch einer Aufarbeitung…
Als für das Jahr 2020 Corona „über uns kam“, konnte man schon erahnen, dass das nicht gut enden konnte. Wenn schon Olympia verschoben werden musste, konnte unser U21-Turnier in Taiwan nicht verschont bleiben. Ich erinnere mich gut an eine Online-Konferenz, bei der die Verschiebung verkündet wurde. Wir legten Wert darauf, dass die im Jahr 2020 startberechtigten Jahrgänge auch in 2021 startberechtigt sein würden. Das waren wir den Spielern schuldig. Neuer Turnierstart also ein Jahr später. Das Ergebnis war allerdings genauso unerfreulich, wie im Jahr zuvor: Taiwan hatte für 2021 angeboten, dass sämtliche Sportler, die ins Land reisen sollten, 14 Tage zuvor in Quarantäne gehen sollten, bevor sie zum Turnier zugelassen würden. Leider eine zu hohe Hürde – IKF sagte das Turnier komplett und ersatzlos ab. Das war enttäuschend.
Freude kam erst wieder auf, als der Französische Verband anbot, einen World Cup in Frankreich anzubieten. Zu einer WM konnte es nicht reichen, denn nicht alle Verbände wären in der Lage gewesen, Ihre Corona-Regeln umzusetzen. Wichtig war die Botschaft: Länder und Teams, die regelkonform anreisen dürften, sollten teilnehmen. Man war sehr dankbar, dass Saint Etienne der Austragungsort sein sollte. Wir freuten uns auf Mittelfrankreich.
Umso trauriger war der Anlass einer der ständig durchgeführten Online-meetings, diesmal im Juli 2021, als der Französische Verband mitteilen musste, dass die Infektions-Situation in Frankreich gem. den staatlichen Regeln eine Ausrichtung in Saint Etienne unmöglich machen würde.
Es war sekundenlang äußerst still beim Meeting.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir unsere Flüge von Düsseldorf nach Lyon längst gebucht!
Dann bot Tomas Voda/Tschechien an, das Turnier in Tschechien auszurichten.
Nach einer Bewerbungszeit von 10 Tagen waren die Tschechen die einzigen Kandidaten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch 8 Wochen Zeit bis zum Turnierstart. Es folgte eine sehr intensive Zusammenarbeit der 8 Nationen, des IKF und des tschechischen Verbandes, an dessen Ende nun der World Cup in Zruc nad Sazavou – Srutsch an der Sasau (5.000 Einwohner) – 30 km südöstlich von Prag, ausgetragen wird.
Unser Team ist mittlerweile benannt. Der Blick kann nur nach vorne gehen. Wir sind im Moment alle happy. Obwohl wir noch nicht in Tschechien sind.
Das Team ist benannt, denn neben dem deutschen A-Team trainiert die U21 bereits seit Frühsommer wieder regelmäßig.
Das deutsche Team (siehe Foto Lea Sander) Von links: Vincent van der Slot (Trainer), Lara Friemel(4), Janis Böhne(20), Anna Dumke(6), Lennart von Berg(19), Luisa Abrahams(2), David Kutschera(9), Hannah Heilmann(1), Jan Robert Heming, Lorena Sellinghoff(5), Theo Nowak, Madeline Gust(8), Patrick Fernow (Trainer) Auf dem Bild fehlen: Niko Heisterkamp und Johannes Hauffen. Teammanager: Lea Sander Physio: Tobias Kehlenbach
Abreise des Teams ist Donnerstag, 23.9.21, 18:40 ab Düsseldorf Das Turnier wird gespielt von Freitag, 24.9, mittags bis Sonntag, 26.9., mittags Abreise: Sonntag, 26.9.21, 20:20 ab Prag.
Teilnehmende Nationen: Stand 5. August 2021: Niederlande, Tschechien, Portugal, Slowakei, Ungarn, Deutschland Bis jetzt noch nicht bestätigt: Frankreich und Marokko.
Was bleibt? Allen Beteiligten, vor allem allen Sportlern, besonders denjenigen, die bereits qualifiziert waren, aber jetzt wegen der Altersbeschränkung nicht mehr dabei sind, unseren besonderen Dank auszusprechen. Natürlich dem Trainerteam und den Managern, die unaufhörlich an diesem Projekt gearbeitet haben, das, so glaube ich, in dieser Art in Korfball-Deutschland einzigartig ist.
Zum Schluss: Wir wünschen dem Team, wie immer, den nötigen Spaß, aber vollem auch ein wenig Erfolg. Dies ist das erste IKF-Turnier nach fast zwei Jahren. Ich hoffe, wir können Euch weiterhin auf dem Laufenden halten.
Jochen Schittkowski, TK Leistungssport/National-Teams