Neue Korfballregeln veröffentlicht: Das ist neu ab 2026

Die International Korfball Federation (IKF) hat zum 1. Juli 2026 mehrere Änderungen und Klarstellungen der offiziellen Korfballregeln bekanntgegeben. Die Anpassungen basieren auf den Erfahrungen aus den in der vergangenen Saison durchgeführten Regel-Experimenten sowie auf dem Feedback von Nationen, Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Jury-Mitgliedern und weiteren Beteiligten.

Das deutsche Regelwerk wurde entsprechend überarbeitet und steht nun in aktualisierter Fassung zur Verfügung.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Neuer offizieller Teamrollen: Trainer-Assistent

Mit den neuen Regeln wird die Funktion des Trainer-Assistenten offiziell eingeführt. Damit sollen insbesondere Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten bei disziplinarischen Maßnahmen gegenüber Personen, die einem Team angehören, klarer geregelt werden.
Mit der Einführung des Trainer-Assistenten reduziert sich gleichzeitig die maximal zulässige Zahl weiterer Personen, die einem Team zugeordnet sind, auf drei.

Spieluhr und Shot Clock starten synchron

Eine wesentliche Änderung betrifft die Spielzeit und die Shot Clock. Beide Uhren starten künftig nach einem Spielbeginn oder einer Spielfortsetzung gleichzeitig, sobald der Ball ins Spiel gebracht wurde beziehungsweise ein Spieler den Ball erstmals berührt. Dies erfolgt nicht mehr bereits mit dem Pfiff des Schiedsrichters.

IKF verspricht sich davon eine eindeutigere Darstellung der Spielzeit, weniger Diskussionen und eine bessere Verständlichkeit für Spieler, Schiedsrichter, Jury und Zuschauer. Gleichzeitig soll die Änderung passives Spiel und Zeitspiel erschweren und insbesondere die Schlussphase von Spielen dynamischer gestalten.

Änderungen beim Strafwurfwerfen

Auch das Verfahren beim Golden Goal wurde angepasst. Sollte nach dem Golden Goal weiterhin Gleichstand bestehen und ein Strafwurfwerfen notwendig werden, müssen die Korbschützen künftig abwechselnd aus männlichen und weiblichen Spielern ausgewählt werden. Damit soll die Geschlechterbalance, die ein grundlegendes Prinzip des Korfballs ist, auch in dieser Entscheidungssituation sichergestellt werden.

Time-Out jetzt bei Ballbesitz möglich

Eine weitere Änderung betrifft die Auszeit: Ein Team kann ein Time-Out nun immer dann beantragen, wenn es in Ballbesitz ist. Die bisherige Einschränkung entfällt damit.

Nach den Erfahrungen aus der praktischen Erprobung soll dies den Trainer zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnen und schnellere sowie sinnvollere Eingriffe in den Spielverlauf ermöglichen.

Disziplinarmaßnahmen und Schiedsrichterzeichen

Bei den Disziplinarmaßnahmen selbst gibt es keine inhaltliche Änderung der Regel. Ergänzt wurden jedoch Erläuterungen zu bestimmten Situationen und Auslegungen, die sich in der praktischen Anwendung ergeben haben. Ziel ist eine einheitlichere Anwendung und ein besseres Verständnis der Regel.

Darüber hinaus werden die bereits vom IKF Executive Committee freigegebenen neuen Schiedsrichterzeichen nun auch offiziell in die Korfball-Regeln aufgenommen. Damit entspricht das Regelwerk der aktuellen Schiedsrichterpraxis und bietet eine vollständige Referenz für Schiedsrichter, Trainer und Spieler.

Keine Änderung bei der experimentellen Neustart-Regel

Eine wichtige Klarstellung betrifft die in den vergangenen Spielzeiten erprobte Regel zur Spielfortsetzung (Restart bzw. Neustart).

Die während der Experimente getesteten Möglichkeiten, direkt aus einem Restart in der Angriffszone zu punkten und den ausführenden Spieler aktiv zu hindern bzw. zu verteidigen, werden nicht in die aktuelle Überarbeitung der offiziellen Regeln aufgenommen. Auch die Verpflichtung, den Ball bei einem Restart innerhalb von vier Sekunden abzuspielen, bleibt bestehen.

Die IKF begründet diese Entscheidung unter anderem mit dem Feedback verschiedener Nationen. Gleichzeitig bleibt das IKF Playing Rules Committee überzeugt, dass eine entsprechende Weiterentwicklung langfristig Vorteile für den Korfball bringen könnte. Insbesondere könnten die Regeln vereinfacht, unterschiedliche Auslegungen beim aktiven und passiven Verteidigen reduziert und die Einheitlichkeit der Schiedsrichterentscheidungen verbessert werden.

Das IKF Playing Rules Committee wird die weitere Entwicklung daher beobachten und entsprechende Erfahrungen und Daten sammeln.

Aktualisiertes deutsches Regelwerk

Das deutsche Regelwerk wurde auf Grundlage der neuen internationalen Vorgaben vollständig überarbeitet und an die Korfball-Regeln 2026 angepasst.

Alle Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Jury-Mitglieder und weiteren am Spielbetrieb Beteiligten sind aufgefordert, sich mit den Änderungen vertraut zu machen und die aktualisierten Regeln entsprechend anzuwenden.

Das aktualisierte deutsche Regelwerk steht ab sofort zur Verfügung:

Deutscher Turner-Bund e.V. | Sportart Korfball