EM 2026: Rest Day – Danke Susi, Akkus aufladen, Wäsche waschen und Vorfreude

Nach drei erfolgreichen Gruppenspielen stand heute der erste spielfreie Tag bei der Europameisterschaft in Prostějov, Otrokovice und Zlín auf dem Programm. Für uns bedeutete das zunächst einmal: endlich ein bisschen ausschlafen!

Ganz ohne Korfball ging es dann aber doch nicht. Wir wollten unseren Rhythmus und den Flow aus den vergangenen Spielen beibehalten und absolvierten deshalb am Mittag noch eine einstündige Trainingseinheit.

Diesmal hatten wir sogar die komplette Halle für uns. Während des Trainings bekamen wir außerdem Besuch von einigen Schulkindern, die uns vor allem beim Werfen interessiert zuschauten. Okay, der zweite Teil war glatt gelogen, die Schulkinder waren einfach körperlich anwesend aufgrund von Schulpflicht.

Freizeit für die Mannschaft – Waschtag für den Teammanager

Ab dem Nachmittag stand dann Freizeit auf dem Programm. Die Spielerinnen und Spieler konnten selbst entscheiden, ob sie den Nachmittag im Hotel verbringen, Otrokovice erkunden oder einen Ausflug ins benachbarte Zlín machen wollten.

Otrokovice (17.401 Einwohnern) selbst ist ein eher kleiner Ort mit wenig Möglichkeiten, aber mit Zlín (75.000 Einwohner) liegt direkt nebenan eine deutlich größere Stadt, die etwas mehr Möglichkeiten bietet. Dorthin verschlug es auch Teammanager Thorben Bergmann. Allerdings weniger zum Sightseeing, sondern mit zwei großen Koffern und mehreren Taschen voller Mannschaftswäsche. Nach einigen Tagen im Turnierbetrieb hatte sich schließlich einiges angesammelt, das dringend gewaschen werden musste. Im Waschsalon angekommen, gab es allerdings eine kleine Überraschung: Ausgerechnet heute wurden dort die Wasserleitungen repariert und die Waschmaschinen konnten nicht genutzt werden. Was folgte, war über eine Stunde Warten, Telefonieren und der Versuch, auf Tschechisch eine Lösung zu finden. Generell stellen wir hier immer wieder fest, dass man mit Englisch nicht unbedingt überall weiterkommt. Zum Glück gibt es mittlerweile ziemlich gute Übersetzungsprogramme, mit denen sich auch solche Situationen irgendwie lösen lassen. Nur leider nicht in diesem Waschsalon. Dass es in einer Stadt wie Zlín offenbar nicht so einfach ist, eine bezahlbare Alternative zu finden, war dann doch etwas überraschend. Nach einer weiteren halben Stunde war schließlich ein geeigneter Waschsalon gefunden, allerdings in einem anderen -schönen- Ort namens Kroměříž, 30 Minuten entfernt.  Auch solche Dinge gehören eben zum Alltag einer Nationalmannschaft bei einem internationalen Turnier dazu.

Ein Wechsel im Physio-Team

Bereits am Morgen mussten wir uns von Susanne Rolofs verabschieden, die heute wie geplant zurück nach Deutschland gereist ist. Susi hat in den vergangenen Tagen wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet und sich mit unglaublich viel Engagement in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Dabei war sie nicht nur für die Behandlung und Betreuung der Spielerinnen und Spieler da. Mit ihrer offenen, herzlichen Art war sie für alle immer eine Ansprechpartnerin und vielleicht kann man sie auch ein bisschen als die „Mama“ unseres Teams bezeichnen.

Gerade nach den intensiven Spielen der vergangenen Tage war es schön zu wissen, dass sie immer ein offenes Ohr hatte und sich um die kleinen und größeren Probleme gekümmert hat.

Susi hat bereits in den vergangenen Jahren verschiedene U-Nationalmannschaften begleitet und unterstützt diese Arbeit auch weiterhin mit viel Engagement. Man kann gar nicht oft genug Danke sagen für die vielen Menschen, die sich mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und ihrer Energie für Korfball Deutschland einsetzen.

Deshalb an dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön, liebe Susi, für alles, was du in den vergangenen Jahren und jetzt wieder für unsere Mannschaft geleistet hast! Du bleibst natürlich weiterhin Teil unseres Teams, auch wenn du die restlichen Spiele jetzt aus der Ferne verfolgen musst.

Am Abend durften wir dann Alice Füssgen bei uns begrüßen. Der Wechsel im Physio-Team war bereits im Vorfeld so geplant und organisiert worden. Alice war im vergangenen Jahr bei den World Games erstmals als Physiotherapeutin der A-Nationalmannschaft bei einem Turnier dabei und kennt damit die Mannschaft und die Abläufe bereits.

Wir freuen uns sehr, dass sie jetzt für die weiteren Turniertage dabei ist.

 

Last One Laughing – die Team-Challenge beginnt

Am Abend wurde es dann auch wieder etwas lustiger.

Unsere diesjährige Team-Challenge hat begonnen und steht unter dem Motto „LOL – Last One Laughing“, bekannt aus der gleichnamigen Sendung von Amazon Prime. In kleinen Teams versuchen jeweils zwei Spielerinnen oder Spieler, den Rest der Mannschaft innerhalb von zehn Minuten zum Lachen zu bringen.

Erlaubt ist dabei fast alles, was einem einfällt. Und nach den ersten Runden lässt sich bereits sagen, dass unsere Mannschaft durchaus einiges an Kreativität mitgebracht hat. Es wurde jedenfalls sehr viel gelacht und wir sind gespannt, was in den nächsten Runden noch auf uns wartet. Trotzdem haben manche Spielerinnen und Spieler starke Fähigkeiten, ihr Lachen zu unterdrücken. So ist das mit ehrgeizigen Nationalspielern. Die Stimmung im Team ist gut und trotz der Konzentration auf die kommenden Aufgaben kommt der gemeinsame Spaß definitiv nicht zu kurz.

Jetzt kommen die Spiele, für die wir trainieren

So ein spielfreier Tag tut gut.

Einmal die Akkus aufladen, den Körper regenerieren lassen und sich gedanklich neu sammeln. Denn jetzt beginnt bei dieser Europameisterschaft eine andere Phase. Wir haben die Gruppenphase mit drei Siegen abgeschlossen. In allen drei Spielen waren wir der Favorit und hatten den klaren Anspruch, das bessere Team zu sein und das auch auf dem Feld zu zeigen. Diese Rolle haben wir angenommen und unsere Aufgabe erfüllt.

Doch jetzt verändert sich die Ausgangslage.

Mit Portugal und Belgien warten am Dienstag und Mittwoch Gegner auf uns, die auf einem ganz anderen Niveau spielen als unsere bisherigen Gruppengegner. Und genau auf solche Spiele arbeitet man eigentlich die ganze Zeit hin.

Wenn wir seit März unzählige Würfe nehmen, Pässe spielen, um Reboundpositionen kämpfen, hart verteidigen und versuchen, jeden einzelnen Bewegungsablauf noch etwas besser hinzubekommen – wofür machen wir das eigentlich?

Natürlich, um besser zu werden.

Aber vor allem doch, um in den entscheidenden Spielen bereit zu sein.

Wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die beide auf einem hohen Niveau spielen, die sich gegenseitig wenig Raum geben und bei denen jede kleine Entscheidung den Unterschied machen kann.

Das sind die Spiele, die wir gewinnen wollen.

In der Gruppenphase haben wir solche Begegnungen selbst noch nicht erlebt. An den anderen Spielorten konnte man aber bereits sehen, welche Spannung bei solchen Duellen entstehen kann. In Prostějov lieferten sich beispielsweise England und Tschechien vor rund 500 Zuschauern eine umkämpfte Partie, die auch im tschechischen Fernseh-Stream übertragen wurde.

Und auch in anderen Begegnungen war bereits zu erkennen, wie eng die Leistungsunterschiede teilweise sind.

Mit dem Ende der Gruppenphase teilt sich das Teilnehmerfeld nun in die obere und untere Hälfte auf. Die besten acht Mannschaften kämpfen um die vorderen Platzierungen, während es für die übrigen Teams um die Plätze 9 bis 16 geht.

Für uns bedeutet das: Die nächsten Spiele werden enger, die Anforderungen höher und wir müssen voll fokussiert sein. Aber genau darauf freuen wir uns. Wir wollen gegen Portugal und Belgien zeigen, dass wir auf diesem Niveau nicht nur mithalten können, sondern auch den Anspruch haben, diese Spiele zu gewinnen.

Dafür brauchen wir die Konzentration, den Zusammenhalt und die Spielfreude, die wir uns in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. Und natürlich hilft dabei auch jede Unterstützung von außen.

Eure Nachrichten, eure Kommentare, die deutschen Fans in der Halle und alle, die unsere Spiele von zu Hause verfolgen, sind für uns eine zusätzliche Motivation.

Denn genau das macht Sport doch aus: die Vorfreude, die Anspannung, die Emotionen und die Möglichkeit, sich in den entscheidenden Momenten mit anderen zu messen.
Wir freuen uns auf das, was bevorsteht.

Dienstag, 20. Oktober, 19:15 Uhr: Deutschland – Portugal

Mittwoch, 21. Oktober, 16:00 Uhr: Deutschland – Belgien

Jetzt kommen die Spiele, für die wir so lange gearbeitet haben.

Let’s go!

Deutscher Turner-Bund e.V. | Sportart Korfball