EM 2026: 30:8-Sieg zum Auftakt – Deutschland startet dominant ins Turnier

 

Endlich ging es los. Nach Monaten der Vorbereitung stand heute der erste richtige Spieltag der Europameisterschaft auf dem Programm.

Wir starteten dabei zunächst ziemlich entspannt in den Tag und waren als letzte Nation hier im Hotel beim Frühstück. Anschließend ging es noch einmal zur Halle für eine lockere Trainingseinheit. Im Gegensatz zum Training am Vortag nun auch erstmals auf dem tatsächlichen Wettkampfboden. Auf den normalen Hallenboden wird für das Turnier noch einmal ein spezieller Korfballboden gelegt – und damit konnten wir uns auch an die letzten Bedingungen gewöhnen, die uns am Abend erwarten sollten.

Danach ging es zurück ins Hotel. Es folgte ein kleiner Mittagssnack mit Skyr, Haferflocken, Nüssen und Obst und anschließend die letzte gemeinsame Einstimmung auf das Turnier.

Klare Vorgabe – klare Antwort

In der Teambesprechung vor dem Spiel hatten Wilco van den Bos und Matthias Freund noch einmal sehr deutlich formuliert, was sie von der Mannschaft sehen wollten: klare Angriffe, klare Entscheidungen und eine dominante, harte Verteidigung.

Und von der ersten Minute an setzte die Mannschaft genau das um.

Was in den ersten 20 Minuten folgte, war eine unglaublich starke erste Halbzeit. Mit 19:5 ging es in die Pause – also beinahe ein eigener Korb pro Spielminute.

Dabei war es nicht einfach nur die hohe Trefferzahl, die überzeugte. Unsere Angriffe wurden ruhig und souverän ausgespielt. Oft brauchte es nur zwei oder drei Wiederholungen, bevor der Ball in der Reuse lag.

Noch auffälliger war aber unsere Verteidigung.

Die Slowakei fand über lange Phasen kaum Lösungen gegen den Druck. Mehrfach sahen sich die Slowaken sogar gezwungen, den Ball vom Anstoßpunkt zurück in die eigene Verteidigung zu spielen, weil sich nach vorne keine Anspielmöglichkeit ergab.

Dass das einmal passiert, kann vorkommen. Dass es mehrfach passiert, zeigt aber ziemlich deutlich, welche Dominanz wir in dieser Phase ausgestrahlt haben.

Genau das wollten wir zeigen.

Auch nach der Pause weitergemacht

Das Spiel war damit bereits früh entschieden. Gerade deshalb muss man der Mannschaft ein großes Kompliment machen, wie sie anschließend weitergespielt hat.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde weiterhin klarer und guter Korfball gespielt. Alle Spielerinnen und Spieler des Turnierkaders sammelten ihre ersten EM-Minuten und auch nach den Wechseln wurde weiter auf das Gaspedal gedrückt.

Die Trefferquote ging im Vergleich zur nahezu perfekten ersten Hälfte zwar etwas zurück, am Ende standen trotzdem 30 eigene Körbe auf der Anzeigetafel.

Die Slowakei fand auch im weiteren Spielverlauf nur selten Lösungen gegen unsere Verteidigung. Laut Statistik gab es dabei unter anderem 35 slowakische Angriffe, die ohne einen Wurfabschluss endeten.

Auf der anderen Seite kamen wir insgesamt auf 123 Würfe und 30 Treffer, während die Slowakei knapp 40 Würfe insgesamt hatte.

Am Ende stand damit ein auch in dieser Höhe verdienter 30:8-Erfolg zum Auftakt der Europameisterschaft.

Wilco van den Bos zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden:
„Die Mannschaft war dominant, spielte guten Korfball und vor allem machte es einfach Spaß zuzusehen. Morgen wird es schwerer und körperlicher werden, doch dafür werden wir bereit sein.“

Angriff: Jan Robert Heming (1 Korb), Theo Nowak (3 Körbe), Julia Strach (5 Körbe), Madeline Gust (6 Körbe)

Verteidigung: Thomas Freund (4 Körbe), Lucas Witthaus (2 Körbe), Hannah Heilmann (1 Korb), Anna Orth (3 Körbe)

Eingewechselt: Lea Witthaus (2 Körbe), Xander Dries (1 Korb), Louis Baetzen (1 Korb), Hannah Flessner   , Simon Wolters, Johanna Treffts (1 Korb)

 

Unterstützung auch abseits der Halle

Vor dem Spiel hatten wir unser Pre-Match-Essen in einem kleinen Bistro direkt in der Nähe unseres Hotels. Dort wurden wir nicht nur sehr gut versorgt, sondern haben mit den Eigentümern auch direkt neue Unterstützer gefunden. Die Chancen stehen gut, dass wir sie morgen beim Spiel gegen die Türkei sogar in der Halle wiedersehen.

Und auch heute hatten wir bereits deutsche Fans auf der Tribüne. Nach dem Spiel konnten wir uns bei ihnen noch persönlich für die Unterstützung bedanken!.

Gerade bei einem Turnier im Ausland ist es schön, auch von der Tribüne Schwarz-Rot-Gold zu sehen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Zurück im Hotel begann dann endlich auch das typische Turnier-Prozedere.

Beide Physio-Bänke waren am Abend dauerhaft belegt. Susi und Jan hatten entsprechend einiges zu tun und leisteten überragende Arbeit, damit unsere Spielerinnen und Spieler morgen wieder fit auf dem Feld stehen können.

Währenddessen ging es für Wilco und Matti direkt weiter. Das eigene Spiel wurde analysiert und gleichzeitig bereits der nächste Gegner unter die Lupe genommen.

Denn viel Zeit zum Genießen bleibt bei diesem Turnier nicht.

Morgen wartet bereits die Türkei.

Der erste Schritt ist gemacht. Die ersten EM-Minuten sind gesammelt. Die ersten drei Punkte stehen auf unserem Konto.

Das Turnier hat begonnen – und wir sind angekommen. 🇩🇪

 

 

Deutscher Turner-Bund e.V. | Sportart Korfball