27 October 2021

EM-Report 8 | … „zauberhaft“ – wir besiegen CZE

(JS) Die Ansprache in der Kabine zur Halbzeitpause begann Wilco van den Bos mit dem Ausspruch „Zauberhaft!“. „Was?“ „Das Spiel ist zauberhaft“. Hatten wir bis dahin noch nie gehört. Das war wie ein Ritterschlag. Wir führten 10:2 gegen eine tschechische Mannschaft, von der wir zu Beginn mehr erwartet hatten. Das sie unsere Erwartungen nicht erfüllten, enttäuschte uns nicht. Im Gegenteil: wir waren erstaunt und erfreut, dass die Tschechen doch mehr Respekt vor unserem Team hatten, als wir dachten. Natürlich setzte unser Team auch unseren Spielplan exakt um. Wir wollten, wie im Siel gegen Katalonien, dem Spiel unsere Dominanz aufdrücken und „unser“ Spiel spielen. Taten wir auch. Es lief wie am Schnürchen: Erstes Viertel 1:5 für uns, 2. Viertel 1:5 für uns. Ist ein Halbzeitstad von 2:10. Sollte da noch was anbrennen?
Heute Morgen, wir waren auf dem Weg zum Frühstück, wurde das Team von Bundestrainer Wilco van den Bos vor dem Restaurant abgefangen. Improvisierte Mannschaftsbesprechung in der Bar des Hotels, zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Wir hatten unser Ruhe. Die Botschaft: das für 9:15 Uhr geplante Training wird abgesagt, wir wollen unsere Kräfte schonen. Ein Training inkl. der Fahrten hin und zurück würde zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Effekt erzielen, der erwartet wurde. Stattdessen Analyse des Gegners, Relaxen und in aller Ruhe auf das Spiel vorbereiten.
Gute Idee. Dies war unsere Startacht für 14:00 Uhr
Angriff: Steffen Heppekausen, Timon Orth, Johanna Gnutt, Lea Witthaus
Verteidigung: Pascal Demuth, Jan Robert Heming, Anna Goepfert, Anna Orth.
Wir dominerten Halbzeit 1 und gingen “locker“ in die 2. Hälfte, wohl gewarnt und mit Vorsicht auf den Weg gebracht, denn gegen CZE spielt man mal nicht eben locker die zweiten 20 Minuten herunter.
Das 3. Viertel verloren wir 7:3 und es stand 10 Min. vor Spielende 9:13. Wir hatten einen 8-Punkte-Vorsprung auf 4 Zähler schmelzen lassen. Unser Spiel wurde nervöser, es schlichen sich Fehler ein und die Tschechen trafen. Im 4. Viertel kam CZE bis auf 2 Zähler zum 12:14 heran.
Die zuvor oft beschriebene tschechische Härte trug dazu bei, dass wir nervöser wurden. Die Physios hatten zu tun. Johanna Gnutt trug eine Beule am Kopf davon, Steffen Heppekausen wurde vorsichtshalber wegen eines muskulären Problems ausgewechselt, Anna Goepfert musste ebenfalls ausgewechselt werden. Immerhin konnte der zum ersten Mal eingesetzte Timon Orth durchspielen.
Es wurden eingewechselt: Johanna Peuters und Dag-Björn Hering.
Aber: die letzten 10 Minuten nahm unser Team die Spannung aus dem Spiel, warf innerhalb von 5 Minuten unseren Vorsprung wieder auf ein 12:17, später auf ein 14:19 aus.
Das bedeutet: Dieser Sieg führt zum zweiten Platz in der Gruppe B, heisst: Wir spielen, da, wo wir spielen wollten, nämlich im oberen Halbfinale. Dieses Halbfinale entscheidet, wer ins Finale kommt. Hört sich gut an. Leider ist bis hierher noch nicht erwähnt, wer der Gegner ist. Es ist der Weltmeister. Ist das nicht zauberhaft?
Jochen Schittkowski, Teammanager A-Team, Sportcenter Boeckenberg