24 July 2017

REPORT 5–WorldGames | Sieg gegen GBR - H a l b f i n a l e !

(JS) gestern habe ich geschrieben: „…den Sieg gegen Großbritannien aus dem Vorjahr zu wiederholen, wäre grandios.“ Wir haben ihn wiederholt. Und ich sage Euch: Das Gefühl, mit diesem Sieg unter die TOP 4 des Turniers gekommen zu sein, fühlt sich besser an als „grandios“. Der Jubel nach dem Abpfiff kannte keine Grenzen. Die Anspannung war groß. Es stand viel auf dem Spiel. Mit diesem Sieg und dem 2. Platz in der Gruppe B gehen wir die nächsten 2 Tage bei den World Games ziemlich relaxed an… .
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In Zeiten von Twitter und Facebook kann ein Bericht wie dieser in Bezug auf „Neuigkeiten“ nur zweiter Sieger sein. Zu schnell hat man die ersten Fotos, selbst wenn sie mit weniger Qualität vom Handy kommen, „hochgeladen“, um der Welt da draußen, jede noch so wichtige Kleinigkeit mitzuteilen. So auch gestern: Kaum 5 Minuten nach Abpfiff gingen die ersten Jubelfotos online. Und es ist erstaunlich, wie schnell andere Beteiligte oder „Follower“ reagieren. Schön so. Mittlerweile sind viele Fotos online. Und wir haben eine Nacht drüber geschlafen. Und: wir sind immer noch happy.
Ein bisschen bange wurde mir gestern beim Start des Spieles. Das deutsche Team ging im ersten Angriff an den Start mit: Müller, Düring, Kierdorf und Peuters. In die erste Verteidigung gingen T. Orth, Heppekausen, Sander und Schulte.
Die Britten starteten stark, sie wollten hier von Anbeginn zeigen, dass sie die Vorjahresniederlage wettmachen wollten. Sie spielten dominant und körperlich robust. Wir brauchten bestimmt 5 bis 7 Minuten, ehe wir dann auch adäquat im Spiel waren.
Henning Peuters: „Wir waren das bessere Team. Deswegen haben wir auch verdient gewonnen. Wir haben viele Dinge nicht so gut gemacht und manchmal muss man auch über den Kampf zum Erfolg kommen.“
Tatsächlich hatten wir zu Beginn nicht die Bindung zum Spiel. Die Britten wollten nichts anbrennen lassen und zeigten das auch auf dem Feld.
Jan de Jager:“ Ja, das sah man, aber wir sind dann ins Spiel gekommen. Wir wurden besser.Im dritten Viertel konnten wir einmal mit 3 Körben davon ziehen und führten mit einem guten Gefühl. Der Grund ist einfach: wir verstärkten unsere Verteidigung. Und hatten mehr und mehr die Kontrolle übernommen.“
Tatsächlich gab es im Spiel nach dem 4:4-Ausgleich nach den ersten 10 Minuten immer nur einen ein oder zwei-Körbe-Vorsprung durch unser Team. Der wurde im dritten Viertel sogar zum 6:9 ausgebaut und zum ersten Mal merkte man auf der Bank: „Hier geht was“. Leider glichen die Britten dann zum 11:11 aus. Die Britten gleichen immer zum Ende des Spiel aus. Turnierfotograph Marco Spelten vor dem Spiel zu mir: „Das Spiel GBR (oder ENG) gegen GER musst du nie sehen, es reichen die letzten 60 Sekunden. Die entscheiden über das Spiel“.
Marco hatte Recht: Als 1:40 Min vor Schluss Jana Kierdorf unser Team zum 13:12 in Front warf, beruhige sich unser Puls. 100 Sekunden sind lang, aber „Ballbesitz“ war jetzt das Zauberwort. Fünf Sekunden vor Abpfiff begann Henning Peuters, die Bank abzuklatschen. Tollkühn, aber er wusste, dass der Ball in unseren Händen blieb. 13:12 gegen Großbritannien gewonnen. Der Jubel kannte keine Grenzen Die Britten schlichen vom Feld, während wir in Spielertrauben auf dem Feld tanzten.
Unser Ziel der World Games war erreicht: wir waren unter den TOP 4. Wär hätte das gedacht? Glückwünsche erreichten uns die ganze Nacht. Wir haben sie genossen und tun dies jetzt noch.
Heute also das Halbfinale gegen den amtierenden Weltmeister und WorldGames-Titelverteidiger Niederlande. Realistisch erkennen wir: unser neues Ziel ist die Bronzemedaille, weil wir damit rechnen, dass Belgien im 2. Halbfinale Taiwan schlagen wird.
Wir trainieren alleine. Weder NED und BEL, noch TPE wollen am Halbfinaltag trainieren. Soeben haben die Chinesen das Training verlassen. Wir können alleine trainieren und bereiten uns ziemlich relaxed auf das Halbfinale heute Abend vor.
Gruß aus Wroclaw, Trainingshalle WKK-Arena. Jochen Schittkowski
Jubelfoto nach dem Sieg gegen Großbritannien, WorldGames Wroclaw 2017, Foto: Spelten